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Physikalisches Spielzeug aus der Mechanik:
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Der Begriff Gyroskop bezeichnet ein Kreiselinstrument, das aus einem Kreisel besteht, der sich in einem Lager dreht. Das Gyroskop ist dabei nicht nur ein interessanten physikalisches Spielzeug, sondern war als Kreiselinstrument eine überaus wichtige Erfindung. Ohne diese Erfindung gäbe es heute beispielsweise keine Kreiselkompasse, die etwa für die Schiffahrt von großer Bedeutung sind, keine künstlichen Horizonte und keine Wendezeiger. Der Künstliche Horizont gibt in der Luftfahrt die Lage des Flugzeugs zur Erdoberfläche an und der Wendezeiger seine Drehrichtung und Drehgeschwindigkeit. Das Gyroskop und seine GeschichteDie Entwicklung des ersten Gyroskops, auch Bohnenberger Instrument, Bohnenberger Maschine oder Schwungmaschine genannt, wird Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger (1765-1831) zugeschrieben. Er war Mathematiker, Physiker und Astronom und hielt ab 1803 eine Professur in Tübingen inne. Ein noch erhaltenes Modell des von Bohnenberger um 1810 entwickelten Gyroskops bestand aus einer Elfenbeinkugel in einer aus drei Messingringen bestehenden Aufhängung. Mit einer Seidenschnur konnte man es abziehen und in schnelle Rotation versetzen. Das besagte Gyroskop von Bohnenberger wurde 2005 zufällig in der physikalischen Sammlung des Kepler Gymnasium in Tübingen gefunden und ist nun im Tübingen Stadtmuseum zu bewundern.
Berühmt wurden die Studien von Leon Foucault zum Gyroskop, weil er 1852 auf Grundlage der Bohnenberger Maschine den Meridiankompass entwickelt. Foucault war nämlich aufgefallen, dass ein Gyroskop bestrebt ist, sich möglichst parallel zur Erdachse in Nordrichtung einzustellen. Der Meridiankompass arbeitet somit unabhängig vom Magnetfeld der Erde, da er sich nicht am magnetischen, sondern am geografischen Nordpol ausrichtet. Aus dieser bedeutenden Erfindung von Foucault wiederum ging der heute bekannte Kreiselkompass hervor. Das Gyroskop als Physik Spielzeug
Mehr zum Thema "Drehimpuls" hier auf experimentisAuszug aus einem Brief des Düsseldorfer Astronomen J.F. Benzenberg, im Dezember 1810: „B[ohnenberger] zeigte mir eine artige Schwungmaschine, welche das Zurückweichen der Nachtgleichen [...] auf eine anschauliche Weise erklärt, und zugleich den physischen Grund davon zeigt. Eine kleine Erde von Holz und mit Blei ausgegossen, dreht sich um ihre Achse, und wird durch das Aufwinden einer Schnur so in eine rotierende Bewegung gesetzt, wie der Kräusel, mit dem die Knaben spielen. Die Pole sind in einen Ring befestigt, welcher Kompaßaufhängung hat, und sich frei nach allen Seiten drehen kann. Läßt man nun die Erde rotiren, so kann man mit ihr im ganzen Zimmer herum gehen, ohne daß sich die Richtung ihrer Rotationsachse ändert." In einem weiteren Brief vom Dezember 1810 heißt es: „Ich habe mir bei dem hiesigen Uhrmacher BUZENGEIGER eine BOHNENBERGERsche Schwungmaschine bestellt, welche er für eine Kleinigkeit von 12 Gulden sehr sauber gearbeitet liefert.“ (aus einer Pressemeldung der Universitätsstadt Tübingen)
Quellen: Dr. Alfons Renz, Fundus Tübinger Wissenschaftsgeschichte |
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