Gömböc

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SP_ME_gomboc_1_102Der Gömböc kann sich wie ein Stehaufmännchen ganz allein aufrichten. Im Gegensatz zum Stehaufmännchen jedoch, bei dem der Schwerpunkt künstlich verschoben ist, besitzt der Gömböc eine gleichmäßige Dichte. Allein seine Form sorgt dafür, dass für den Gömböc nur eine einzige stabile und eine einzige labile Gleichgewichtslage existiert. Im Fachjargon nennt sich dies mono-monostatisch.

Der Name Gömböc kommt übrigens aus dem Ungarischen und bedeutet Knödel oder auch Dickerchen (von gömb = Kugel).

Mathematiker hielten die Existenz eines sich selbst aufrichtenden Körpers mit homogener Massenverteilung lange Zeit sogar für unmöglich. Hinzu kommt: Die Geometrie des Gömböc erfordert eine enorme Präzision in der Herstellung. Ein funktionierender Gömböc mit 10 cm Durchmesser weist eine Oberflächentoleranz von weit unter 0,1 mm auf. Dies stellt eine hohe Herausforderung selbst an modernste Präzisionstechnik dar.

Die Entdeckung des Gömböc ist ebenso ungewöhnlich wie der Körper selbst. Als Form mathematisch vorausgesagt, wurde sie durch zähes Ausprobieren nach über zehn Jahren tatsächlich gefunden, und zwar mittels Feldversuchen an Schildkröten. Manche Schildkrötenarten drehen sich von alleine wieder auf die Füße, wenn sie durch ein Missgeschick einmal auf dem Rücken gelandet sind. Diese Form nachzubauen ist den ungarischen Wissenschaftlern Gábor Domokos and Péter Várkonyi 2006 schließlich gelungen.

Kein Wunder also, dass der Gömböc einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde hält und Gegenstand zahlreicher Artikel in der Fach- und Publikumspresse war und ist. Einer davon erschien in der New York Times und beschäftigte sich mit den 70 interessantesten Ideen des Jahres 2007. Eine dieser Ideen war der Gömböc.

Der Gömböc ist damit Kunstobjekt, Rekordhalter und mathematisches Unikum in einem.

Wie der Gömböc sich bewegt, ist in dem folgenden Video zu sehen.