Whee-Lo

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Whee-lo, Rail Twirler, Gyro-WheelDas Whee-Lo ist ein Magnetspielzeug, bei dem sich eine Scheibe mit magnetischer Aufhängung zwischen Schienen bewegt. Diese Bewegung erfolgt ohne Unterbrechung, da das Rädchen abwechselnd oberhalb und unterhalb der Schienen läuft.

Erfunden hat dieses physikalische Spielzeug der Amerikaner Harvey Matusow (1926-2002, siehe Foto), der ihm den Namen Schnurloses Yo-Yo gab. Er verkaufte die Rechte daran zu Beginn der Fünfzigerjahre an die in New York ansässige Firma Maggie Magnetic Inc. Die brachten das Produkt 1953 unter dem Namen „Whee-Lo, the magnetic walking wheel“ (Whee-Lo, das magnetisch laufende Rad) auf den Markt. 1957 folgte ein Nachfolgemodell für 79 Cent, das mit sechs bunten Scheiben geliefert wurde, die man an dem Rädchen befestigen konnte und die dann hübsche optische Effekte erzeugten.

zusatzAngeblich hat Harvey Matusow dieses Spielzeug nur erfunden, um dadurch Gerichts- und Anwaltskosten decken zu können. Matusow gehörte der Kommunistischen Partei an und während des Kalten Krieges, als die Amerikaner von der Angst vor den Kommunisten besessen waren, fungierte er als Spitzel für das FBI, um dadurch selbst Repressionen zu entgehen. Während der McCarthy-Ära arbeitete er zudem direkt für Senator Joseph McCarthy. Später wurde er wegen Meineid angeklagt und zu mehreren Jahren Haft verurteilt.

Nachdem er 1960 aus dem Gefängnis entlassen wurde, lebte er für einige Zeit in England. Dort beschäftigte er sich erneut mit dem Whee-Lo und arbeitete an neuen Designs, wovon aber wohl keines je verkauft wurde. Abgesehen von dem McCarthy-Intermezzo war Matusow als Radiosprecher, Künstler, Schauspieler, Komödiant, Clown und Produzent bekannt.

In den Siebzigern gründete er zudem die „Society for the Abolition of Data Processing Machines“, also eine Vereinigung zur Abschaffung von Datenverarbeitungsmaschinen, das heißt von Computern. Er befürchtete, dass diese zwar für die Mathematik wie auch die Naturwissenschaften nützlich seien, aber nicht für den Gebrauch im Staat und in Unternehmen. Dort könnten sie zu einer Tyrannei führen.

Quellen: Die Universität von Sussex hat eine umfangreiche Sammlung zum Leben von Matusow. Zudem hat er eine Autobiografie veröffentlicht, die er wie das von ihm erfundene Spielzeug „The Stringless Yo-Yo“ nannte.