Zoetrop

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ZoetropWundertrommel wird dieses optische Gerät auch genannt. Das Zoetrop erzeugt die Illusion bewegter Bilder durch den stroboskopischen Effekt. Dadurch erscheinen einerseits ruhende Objekte in Bewegung und andererseits sich bewegende Objekte in Ruhe, wenn man in regelmäßigen zeitlichen Abständen immer nur einen kurzen Blick darauf erhascht. Dies ist etwa der Fall, wenn in einer Disko ein Stroboskop zum Einsatz kommt. Leuchten die Lichtblitze auf, scheinen die Tänzer in ihren Bewegungen wie eingefroren.

ZoetropBeim Zoetrop erzeugt man hingegen aus ruhenden Bildern bewegte. Dazu legt man in eine in regelmäßigen Abständen mit Schlitzen versehene Trommel einen Papierstreifen mit einer Abfolge von Bildern, die einen Bewegungsablauf darstellen. Die Zahl der Schlitze entspricht dabei der Zahl der Bilder.

Um den Effekt zu erleben, schaut man von außen durch die Schlitze hindurch und versetzt die Trommel in Drehung. Damit für das menschliche Auge ein bewegtes Bild entsteht, braucht es etwa 14 bis 16 Bilder pro Sekunde.

Der Eindruck entsteht, weil das Auge jedes Mal, wenn ein Schlitz das Blickfeld passiert, ein neues Bild sieht. Das Gehirn interpretiert dies aber als die Bewegung ein und derselben Abbildung. Würde man ohne die Schlitze auf die Bilder schauen, nähme man lediglich etwas undeutlich Verschwommenes wahr.

Den fließenden Übergang zwischen den Bildern verdanken wir zudem der Tatsache, dass der helle Lichtreiz auf der Netzhaut des Auges nachwirkt, wenn wir in der Dunkelphase auf die Pappe zwischen den Schlitzen gucken.

Zoetrop1834 erfunden von dem englischen Mathematiker William George Horner, verbreitete sich das moderne Zoetrop erst um 1860. Der ursprüngliche Name des Zoetrop Daedalum oder Teufelsrad – vielleicht war dieses optsiche Gerät aus diesem Grund zunächst wenig erfolgreich. Dann aber wurde es schnell zu einem beliebten Spielzeug. Dieses optische Gerät stellt ein Vorläuferverfahren der Kinematographie dar. Erste Formen des Zoetrops wurden angeblich schon von den alten Chinesen entwickelt.