Moiré-Effekt: Bilder in Bewegung

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Beim Moiré-Effekt entstehen durch die Überlagerung von Mustern, meist aus feinen Linien, neue Muster, die in keinem der ursprünglichen Raster vorhanden waren. Diese Muster verändern sich, betrachtet man sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln und wenn sich diese gegeneinander bewegen. So entstehen faszinierende Muster sowie die Illusion von Bewegung, wo gar keine ist. Ordnet man die Linien bzw. Raster geschickt an, kann man mit dem Moiré-Effekt sogar Tiere zum Leben erwecken.

Tiere erwachen zum Leben dank Moiré-Effekt

So kann man gleichsam kurze Filme, ganz analog und ohne Bildschirm, erzeugen. Der Effekt wurde über die Jahre hinweg für zahlreiches Physikspielzeug genutzt. Das nachfolgende Video gibt einen Einblick, wie man mit ein paar Linien, die man gegeneinander verschiebt, einen Vogel zum Fliegen bringt. Im zweiten Video sorgen eine Kombination aus Tisch und Teppich für die Illusion von schwimmenden Fische.

Einen ersten Hype erlebte das Thema Moiré-Effekt bereits in den 60er-Jahren als der Biophysiker und Mathematiker Gerald Oster im Mai 1963 einen Artikel im Scientific American über die optischen Effekte von Moiré-Mustern veröffentlichte. Um seine Arbeit einem breiten Publikum zugänglich zu machen, tat er sich mit der Edmund Scientific Cooperation zusammen. Ziel war es, Moiré-Produkte und Lehrmaterial zu entwickeln.

Den Start machte 1965 ein „Student’s and Experimenter’s Moiré Kit“ und das „Educator’s and Designer’s Moiré Kit“ mit jeweils acht verschiedenen Karten mit Linienmustern. Diese konnte man übereinander legen und so selbst Experimente zum Moiré-Effekt machen. Zu den Mustern gehörte zum Beispiel ein radiales Muster. Damit ließen sich wundersame Effekte aus sich ausdehnenden und zusammenziehenden Kreisen erzeugen. Auch in die Kunst hielt der Moiré-Effekt ab den 60er-Jahren Einzug, beispielsweise in der Op-Art. 

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Moiré-Effekt: ein psychedelischer Spaß für zu Hause

Physikalischer Design-Artikel: Moire UntersetzerAus dem Hause Kikkerland stammen diese Untersetzer, die mit dem Moiré-Effekt spielen (s. links), und für einen psychedelischen Spaß in Küche, Wohn- und Esszimmer sorgen. Die Untersetzer bestehen aus einer bedruckten Basis und einer darüberliegenden, ebenfalls bedruckten, transparenten und drehbaren Kunststoffscheibe. Bewegen sich die Scheiben gegeneinander, entstehen ganz wunderbare optische Effekte wie die Illusion von räumlicher Tiefe.

Das folgende Video gibt einen Eindruck davon, welche Wirkung solche Muster entfalten können.

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Physikspielzeug mit Moiré-Effekt: der Cinespinner von Rufus Butler Seder

Der amerikanische Filmemacher, Künstler und Erfinder Rufus Butler Seder hat das Thema Moiré-Effekt mit seiner patentierten Technologie namens Scanimation auf eine neue Stufe gehoben. Er stellte Karten, Fensterkinos und Bücher her, auf denen Herzen schlagen, Augen zwinkern, Tiere laufen und Santa Claus Hula-Hoop tanzt. Zudem ist ein Kinderbuch namens Galopp! und viele weitere Bücher aus der Scanimation-Serie hervorgegangen. Nachfolgend ein Video zu Galopp! und Beispiele für Seders Fensterkinos, die er selbst Cinespinner taufte und eines für seine Karten.

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Quellen:

Art Movement Op-Art (Abgerufen: 5. Mai 2022, 14:46 UTC) 

Gerald Oster: The science of moiré patterns. Edmund Scientific Co. (1969)

Gerald Oster, Yasunori Nishijima: Moiré Patterns. Scientific American, Vol. 208, No. 5 (May 1963), pp. 54-63

Gerland Oster, Yasunori Nishijima: Moiré Patterns: Their Application to Refractive Index and Refractive Gradient Measurement. Journal of the Optical Society of America Vol. 54, Issue 1, pp. 1-5 (1964) https://doi.org/10.1364/JOSA.54.000001 

Spillmann, Lothar. (1993). The Perception of Movement and Depth in Moiré Patterns. Perception. 22. 287-308. 10.1068/p220287. http://dx.doi.org/10.1068/p220287 und

https://www.researchgate.net/publication/14881816_The_Perception_of_Movement_and_Depth_in_Moire_Patterns