Unterkühltes Wasser und Blitzeis

Copyright © experimentis. Alle Rechte vorbehalten.

SupercoolingJeder hatte wohl schon einmal mit Blitzeis oder Eisregen zu kämpfen. Er entsteht, wenn Regenwasser mit einer Temperatur unter dem Gefrierpunkt auf den Boden auftrifft und schlagartig erstarrt. Die Straßen gleichen dann einer Schlittschuhbahn. Der Fachbegriff für dieses Phänomen ist Supercooling, Unterkühlung oder unterkühlte Schmelze. Dieses Phänomen ist in dem Video unten zu betrachten. Man sollte das Video unbedingt bis zum Ende anschauen – es lohnt sich. 10 Grad Fahrenheit entsprechen übrigens ca. -12 Grad Celsius.

Zum Supercooling kommt es, wenn im Wasser Kristallisationspunkte wie Schmutzteilchen fehlen, denn an ihnen bilden sich die Eiskristalle normalerweise aus. So bleibt es dem Zufall überlassen, wann sich genug Wassermoleküle so anordnen, dass Kristalle entstehen können. Bewegung begünstigt diesen Prozess, weshalb es sofort zu Eisbildung kommt, wenn die Regentropfen den Boden berühren.

Eine spontane und geordnete Ansammlung von Wassermolekülen wird auch Eiskristall-Embryo genannt. Fehlen diese, so bleibt Wasser trotz der Minusgrade flüssig. Man kann es unter entsprechenden Bedingungen sogar auf bis zu minus 40 Grad Celsius abkühlen, ohne dass es erstarrt.

Blitzeis oder unterkühltes Wasser kann man auch leicht zu Hause herstellen und den Prozess des Supercooling selbst erleben. Am besten verwendet man destilliertes Wasser sowie eine sehr saubere Flasche mit glatter Oberfläche und ohne Kratzer. Dann kühlt man das Ganze draußen in einer eisigen Winternacht ab. So kann man sicher sein, dass die Flasche keinerlei Erschütterungen ausgesetzt ist, wie dies zum Beispiel in einer Gefriertruhe beim Öffnen oder Schließen der Fall ist. Nimmt man dann die Flasche und schüttelt sie leicht, entsteht Eis. In dem Video ist der Effekt schön zu erkennen. Auch ein Wasserhammer eignet sich sehr gut, um selbst Blitzeis oder unterkühltes Wasser herzustellen.